Warum heißt Twitter jetzt X? Die ganze Geschichte (2026)

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Twitter heißt jetzt X, weil Elon Musk, dem das Netzwerk seit dem 27. Oktober 2022 gehört, daraus eine „App für alles“ nach dem Vorbild des chinesischen WeChat machen will: Nachrichten, Video und Zahlungen an einem Ort. Ein Name, der für Kurznachrichten mit 140 Zeichen stand, passte aus seiner Sicht nicht mehr dazu. Musk kündigte die Umbenennung am 23. Juli 2023 an, am Tag danach war der blaue Vogel verschwunden. Der Buchstabe selbst stammt von 1999: X.com hieß damals seine Online-Bank. Wenn du einen Account auf der neuen Plattform wieder aufbaust, helfen dir unsere X Follower, nicht bei null anzufangen.

Wie hat Elon Musk Twitter gekauft?

Alles beginnt im Frühjahr 2022. Am 4. April zeigt eine Meldung bei der US-Börsenaufsicht SEC, dass Musk 9,2 % an Twitter hält. Zehn Tage später, am 14. April, bietet er an, das ganze Unternehmen für 54,20 Dollar je Aktie zu kaufen. Der Verwaltungsrat stimmt am 25. April zu, der Deal hat einen Wert von rund 44 Milliarden Dollar.

Dann will Musk wieder aussteigen. Am 8. Juli 2022 erklärt er, den Vertrag kündigen zu wollen, und wirft Twitter vor, die Zahl der Fake-Accounts zu niedrig anzugeben. Twitter verklagt ihn in Delaware, um den Kauf zu erzwingen. Kurz vor dem für Oktober angesetzten Prozess kehrt Musk zu seinem ursprünglichen Angebot zurück, und der Kauf wird am 27. Oktober 2022 abgeschlossen. Noch am selben Abend entlässt er CEO Parag Agrawal und weitere Führungskräfte.

Ein Detail, das kaum jemand im Kopf hat: Die Umbenennung war lange vor dem Sommer 2023 geplant. Schon am 4. Oktober 2022 schreibt Musk, der Kauf von Twitter sei „ein Beschleuniger für X, die App für alles“. Im Frühjahr 2023 geht die Twitter, Inc. in einer neuen Gesellschaft auf, der X Corp. Das Unternehmen heißt also schon X, während die App noch ihren Vogel trägt.

Wann wurde Twitter zu X?

Der Wechsel passiert an einem Wochenende. Am Sonntag, dem 23. Juli 2023, schreibt Musk: „Bald werden wir uns von der Marke Twitter verabschieden und nach und nach von allen Vögeln.“ Am Montag, dem 24. Juli, ersetzt ein weißes X auf schwarzem Grund den blauen Vogel auf der Website, und x.com leitet auf die Plattform weiter. Am selben Tag beginnen Arbeiter, den Schriftzug an der Zentrale in San Francisco abzunehmen.

Der Vogel hatte intern sogar einen Namen: Larry, nach dem Basketballspieler Larry Bird. Sein Nachfolger ist ein X mit doppelten Linien, das an ein mathematisches Zeichen erinnert, ausgewählt innerhalb weniger Tage.

Der Rest folgt Stück für Stück, verteilt auf fast ein Jahr:

  • aus Tweets werden im Sommer 2023 Posts, aus Retweets Reposts;
  • das Abo Twitter Blue heißt ab August 2023 X Premium;
  • die App ändert Ende Juli 2023 ihren Namen im App Store;
  • twitter.com leitet ab dem 17. Mai 2024 dauerhaft auf x.com weiter.

Dieses Video entstand zur Zeit der Ankündigung und fängt die Stimmung vom Juli 2023 und das Versprechen einer Super-App gut ein:

@4nuits

Twitter va changer de nom et s’appeler X. Tout ce que tu dois savoir : Elon Musk, super application, … #elonmusk #twitter #pourtoi #application ♬ son original – 4nuits 🌙

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Warum hat Musk den Buchstaben X gewählt?

Seine eigene Erklärung lieferte Musk am 25. Juli 2023 in einem Post, der überall zitiert wurde. Der Name Twitter habe Sinn ergeben, als es nur um Nachrichten mit 140 Zeichen ging, die hin und her flogen, „wie zwitschernde Vögel“. Heute könne man fast alles posten, auch stundenlange Videos. Dazu sollten umfassende Kommunikation und die Möglichkeit kommen, sein gesamtes Finanzleben über die Plattform zu regeln. In diesem Bild hat ein zwitschernder Vogel keinen Platz mehr.

Das Vorbild WeChat

Ein Vergleich taucht immer wieder auf: WeChat, die App von Tencent, mit der in China fast alle chatten, im Restaurant zahlen, ein Taxi buchen oder Rechnungen begleichen. Musk hat es einmal so zusammengefasst: In China lebt man mehr oder weniger in WeChat, das sei wie Twitter plus PayPal plus eine ganze Menge anderer Dinge. Die damalige CEO Linda Yaccarino beschrieb X am Tag der Ankündigung als Plattform, die sich „um Audio, Video, Messaging, Zahlungen und Banking“ dreht.

Eine alte Vorliebe für einen Buchstaben

Der zweite Grund ist persönlich. Im März 1999 gründet Musk X.com, eine Online-Bank. Sie fusioniert im Jahr darauf mit Confinity, und 2001 übernimmt das Unternehmen den Namen seines bekanntesten Produkts: PayPal. Musk hat oft gesagt, dass er diesem Namen nachtrauert. 2017 kauft er PayPal die Domain x.com ab und nutzt sie sechs Jahre lang kaum. In der Zwischenzeit taucht der Buchstabe überall bei ihm auf: SpaceX, das Tesla Model X, sogar der Name eines seiner Söhne, X Æ A-Xii.

Meine Einschätzung: Beide Gründe gehören zusammen. Der Plan einer App für alles war ein guter Anlass, einen zu engen Namen abzulegen, und das X lag seit 1999 in der Schublade bereit.

Wo steht die App für alles 2026?

Drei Jahre nach der Umbenennung kommt das Projekt voran, aber langsam und vor allem in den USA. Das gibt es Ende September 2026:

  • X Money: Der Bezahldienst, gemeinsam mit Visa entwickelt, steht seit Ende Juli 2026 allen US-Abonnenten von Premium und Premium+ offen, mit Debitkarte und Überweisungen unter Freunden. Für Europa ist nichts angekündigt.
  • X Chat: eine eigene verschlüsselte Messaging-App, gestartet im April 2026.
  • Grok: der KI-Assistent von xAI, direkt in die App eingebaut.

Auch bei den Eigentümern hat sich viel bewegt. Am 28. März 2025 kauft xAI, Musks KI-Firma, das Netzwerk X in einem reinen Aktiengeschäft, das X mit 33 Milliarden Dollar bewertet. Am 2. Februar 2026 übernimmt SpaceX dann xAI und damit auch X, in einer Fusion mit einem Wert von 1,25 Billionen Dollar. Am 12. Juni 2026 geht SpaceX an die Nasdaq. Den ersten Schritt haben wir in unserem Artikel zur Übernahme von X durch xAI beschrieben.

An der Spitze kam Linda Yaccarino am 5. Juni 2023 und trat am 9. Juli 2025 zurück. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist X deshalb vor allem das, was es vorher war: ein Netzwerk für Posts, Videos und Live-Diskussionen. Der Clip von VICE News vom Tag der Umstellung zeigt, wie das damals verkauft wurde: ein neuer Name, der Eindruck machen soll, das Produkt sollte später nachziehen.

@vicenews

It’s official. Twitter is now X. The billionaire rebranded the bird app as “X.com,” a move that the company’s CEO called “a chance to make another big impression.“ #x #twitter #rebrand #logo #elonmusk #threads #socialmedia #xapp ♬ original sound – VICE News

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Ist der Name Twitter wirklich verschwunden?

Im Alltag überhaupt nicht. Drei Jahre später sagen viele Leute noch „Twitter“, „twittern“ oder „ein Tweet“, auch in den Medien.

Um den Namen gab es sogar einen Rechtsstreit. Im Dezember 2025 verklagt die X Corp. vor einem Bundesgericht in Delaware das Start-up Operation Bluebird. Mitgegründet von einem ehemaligen Chefjuristen von Twitter, wollte es ein Netzwerk namens Twitter.now starten. Das Start-up argumentierte, X habe die Marke aufgegeben, als es sich öffentlich von Twitter „verabschiedete“. X hielt dagegen, ein Rebranding sei keine Aufgabe von Markenrechten.

Am 4. September 2026 entscheidet Richter Colm F. Connolly vorläufig: Das Start-up darf den Namen Twitter nicht verwenden. Er hält es aber für wahrscheinlich, dass X das Wort „Tweet“ und das Vogel-Logo aufgegeben hat. Der Dienst heißt seitdem Tweet.app. Das Verfahren läuft weiter, es kann sich also noch etwas ändern.

Was ändert sich für deinen Account?

Durch die Umbenennung ist kein einziger Follower und kein alter Tweet verloren gegangen. Account, Nutzername und Verlauf sind gleich geblieben. Ein paar Gewohnheiten lohnen sich 2026 trotzdem:

  1. Aktualisiere die App im App Store oder bei Google Play: Sie heißt X und hat ein schwarzes Symbol.
  2. Ersetze alte twitter.com-Links durch x.com, etwa in deiner Instagram-Bio, auf deiner Website oder in deiner E-Mail-Signatur. Die Weiterleitung funktioniert, aber ein sauberer Link wirkt vertrauenswürdiger.
  3. Nutze das neue Vokabular, wenn du Grafiken oder Tutorials machst: Post, Repost, X Premium. Deine Zielgruppe sieht diese Wörter jeden Tag in der App.
  4. Prüfe deine Datenschutzeinstellungen: Die Menüs haben sich seit 2023 verändert, manche Optionen stehen jetzt an anderer Stelle.
  5. Gib deinen ersten Posts Schwung, wenn du einen eingeschlafenen Account wiederbelebst. Ein Post, der mit ein paar X Likes startet, hat bessere Chancen, im Für-dich-Feed zu landen.
  6. Bring deine besten Inhalte in Umlauf: Auf X sind Reposts weiterhin der Motor der Reichweite. Ein paar X Retweets auf einem starken Post geben ihm ein zweites Leben.

Und falls dir nach all den Änderungen die Lust auf die Plattform vergangen ist: Unsere Anleitung zum Twitter-Account löschen erklärt die Frist von 30 Tagen.

Neuer Name, alte Regel: Reichweite zieht Reichweite an

Gib deinem X-Account einen echten Start mit Followern, die nach und nach geliefert werden, ganz ohne Passwort.

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Häufige Fragen

Warum heißt Twitter jetzt X? Name
Elon Musk will das Netzwerk zu einer App für alles mit Messaging, Video und Zahlungen ausbauen, nach dem Vorbild von WeChat. Der Name Twitter, gedacht für Nachrichten mit 140 Zeichen, passte aus seiner Sicht nicht mehr dazu. Der Buchstabe X greift außerdem X.com auf, die Online-Bank, die er 1999 gegründet hat.
Seit wann heißt Twitter X? Datum
Musk kündigte die Umbenennung am 23. Juli 2023 an, am 24. Juli 2023 ersetzte das X-Logo den blauen Vogel. Danach lief die Umstellung schrittweise: X Premium im August 2023, dauerhafte Weiterleitung von twitter.com auf x.com am 17. Mai 2024. Den Kauf des Netzwerks hatte Musk schon am 27. Oktober 2022 abgeschlossen.
Wie heißen Tweets jetzt? Begriffe
Offiziell heißt ein Tweet seit dem Sommer 2023 Post und ein Retweet Repost. Im Alltag sagen viele Nutzer und Medien aber weiterhin Tweet und twittern. Beides wird auf der Plattform verstanden, die App selbst zeigt in ihren Menüs und Schaltflächen allerdings nur noch Post und Repost an.
Wem gehört X heute? Eigentümer
X gehört zur Firmengruppe von Elon Musk. Seine KI-Firma xAI hat das Netzwerk am 28. März 2025 gekauft. Am 2. Februar 2026 hat SpaceX dann xAI übernommen, damit ist X eine indirekte Tochter von SpaceX, das seit Juni 2026 an der Nasdaq notiert ist. Musk bleibt größter Aktionär.
Darf man den Namen Twitter noch benutzen? Marke
Die Marke Twitter bleibt bei der X Corp. Am 4. September 2026 hat ein Bundesrichter in Delaware dem Start-up Operation Bluebird verboten, diesen Namen für sein Netzwerk zu nutzen. Er hält es aber für wahrscheinlich, dass X das Wort Tweet und das Vogel-Logo aufgegeben hat. Die Entscheidung ist vorläufig.
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