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Der AI Prank auf TikTok ist ein Streich mit einem KI-generierten Foto: Du fotografierst dein Wohnzimmer, lässt Gemini oder Snapchat einen Fremden hineinsetzen, schickst das Bild an Mama oder Papa mit einer Nachricht wie „Er hat geklingelt, ich hab ihn reingelassen“ und postest dann die Antwort. Die bekannteste Version, der „AI Homeless Man Prank“ aus dem Herbst 2025, endete in den USA, in Großbritannien und Irland mit echten Notrufen. Hier liest du, woher der Trend kommt, wie du eine harmlose Variante drehst und wie daraus TikTok Views werden.
Woher kommt der AI Prank auf TikTok?
Know Your Meme datiert das erste Video auf den 25. September 2025. Die TikTokerin @princessdasha123 zeigte einen iMessage-Chat mit ihrer Mutter über einen Mann, der in der Küche ihre Snacks isst. Am Tag danach postete @levy.gabriella dasselbe mit ihrem Vater. Ihr Video knackte in sechs Tagen 1,9 Millionen Aufrufe.
Danach ging es schnell. Am 29. September kam @sarahmccullough_ in drei Tagen auf 5,6 Millionen Aufrufe, am 30. September @lovedumplings666 in zwei Tagen auf 5,9 Millionen. Das Bild war fast immer gleich: ein ungepflegter, müder Mann auf dem Sofa oder im Bett. Daher der englische Name „AI Homeless Man Prank“, also der Streich mit dem KI-Obdachlosen.
Die ersten Bilder stammten aus dem Bearbeitungstool, das Snapchat+ seinen zahlenden Abonnenten bietet. Nachdem The Tab am 1. Oktober 2025 eine Anleitung veröffentlicht hatte, wechselten die meisten zu Gemini, dem Bildgenerator von Google. Auch in der Schweiz machten Paare mit. Bei diesem hätte der Vater fast die Polizei gerufen:
@aleundseija Er het fast de polizei ahglüte willer ned dehei gsi isch😂🫠 #homelessman #ai #prank #switzerland
Wie funktioniert der Streich?
Das Rezept hat vier Teile. Ein echtes Foto deiner Wohnung, damit die Kulisse stimmt. Ein von der KI eingefügter Fremder mit passendem Licht und Schatten. Eine belanglose Nachricht, die die Szene glaubwürdig macht. Und am Ende der Screenshot der panischen Antwort, geschnitten zu einem Video mit ironischer Musik.
Das Problem: Es funktioniert zu gut. Am 6. Oktober 2025 veröffentlichte die Polizei von Salem (Massachusetts) eine Warnung. Mehrere Eltern hatten an einen echten Einbruch geglaubt und den Notruf gewählt. Die Beamten wussten nichts von einem Scherz und behandelten den Einsatz wie einen laufenden Einbruch. Bis zum 10. Oktober zählte NBC News Warnungen aus Oak Harbor (Washington), Round Rock (Texas), Brown County (Ohio), von der Dorset Police in England und der irischen Garda. In Ohio wurden zwei Jugendliche angeklagt. „Das ist kein Prank, das ist eine Straftat“, schrieb das Sheriff-Büro.
ABC News fasst die Warnungen der Polizei hier zusammen:
@abcnews The viral „AI homeless man prank,“ which involves artificially generated images of a „homeless man,“ has prompted police warnings over safety concerns, with officials calling it „stupid and potentially dangerous.“ #news #homelessmanprank #prank #police
TikTok reagierte und versah die von NBC gemeldeten Videos mit dem Hinweis „KI-generiert“. Die Community-Richtlinien verlangen ohnehin, dass realistische KI-Inhalte gekennzeichnet werden.
Warum ging er so schnell viral?
Weil die Reaktion echt ist. Zuschauer sehen kein KI-Bild, sie sehen einen Vater, der „RUF DIE POLIZEI“ in Großbuchstaben tippt. Diese Panik hält Leute bis zum Schluss im Video, und TikTok belohnt Videos, die zu Ende geschaut werden.
Dazu kam, wie einfach es war. Schnittkenntnisse brauchte niemand: ein Foto, ein Prompt in Gemini, drei Screenshots. In zehn Minuten war das Format nachgebaut, und genau das macht aus einem Video meistens einen Trend.
Die Kritik kam schnell. Die Polizei von Salem schrieb, der Streich entmenschliche Obdachlose, und viele Kommentare sahen das genauso. Für ein Video, das deinem Account helfen soll, ist eine wütende Kommentarspalte nicht das Publikum, das du willst.
Ein Jahr später lebt die Idee in harmloseren Varianten weiter: der „Builder Prank“ (ein Handwerker, dem die Hose gerissen ist und der sich eine leihen will, laut The Tab vom 3. Oktober 2025), der Klempner ohne Shirt und im September 2026 der Ancestor Photo Prank, bei dem das falsche Foto einen angeblichen Vorfahren zeigt.
Können Marken mitmachen?
Ja, aber nur mit der harmlosen Version. Eine Marke, die einen Einbruch vortäuscht, erntet einen Shitstorm und im Zweifel Besuch von der Polizei. Wer es gut macht, setzt auf Absurdes: ein Sofa aus der neuen Kollektion, das im Wohnzimmer eines Kunden auftaucht, ein Kurier mit zwölf Kartons Croissants, das Firmenmaskottchen in der Badewanne.
Zwei Regeln gelten. Die Auflösung kommt im Video, nie erst in den Kommentaren. Und das KI-Label bleibt sichtbar. Ein Firmenaccount, der sein Publikum täuscht, verliert mehr, als er gewinnt. Für einen neuen Account machen ein paar TikTok Follower das Profil glaubwürdiger, wenn ein Video Fahrt aufnimmt.
Dein AI Prank soll mehr als zwanzig Freunde erreichen?
Auf TikTok entscheiden die ersten Stunden. Ein Schub bei den Views gibt deinem Video den Start, den der Algorithmus braucht, um es weiter auszuspielen.







Wie machst du einen AI Prank, ohne Ärger zu bekommen?