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Der „girl whatever“-Trend auf TikTok besteht aus zwei kleinen Wörtern mitten im Bild, über einer Szene, um die man dich beneidet: ein Sprung ins Meer, ein Sonnenuntergang, der Eiffelturm an einem ganz normalen Dienstag. Dazu läuft fast immer „You (Ha Ha Ha)“ von Charli XCX, ein Song von 2013. Die Botschaft passt in einen Satz: Egal, was gerade schiefläuft, ich genieße mein Leben. Das Format ist Ende September 2025 explodiert und wird 2026 immer noch recycelt. Damit deine Version nicht bei 200 Aufrufen hängen bleibt, helfen ein paar TikTok Likes beim Start.
Woher kommt der girl whatever Trend?
Am Anfang steht ein Sound. Am 10. Februar 2025 lädt ein Account namens illy einen „Originalton“ hoch, der den Refrain von „You (Ha Ha Ha)“ verwendet. Der Song von Charli XCX erschien 2013 auf dem Album True Romance. Monatelang passiert mit dem Sound nicht viel.
Dann kommt Ende September 2025. Zwischen dem 24. und dem 27. häufen sich Videos nach genau demselben Muster: ein Urlaubs- oder Alltagsclip und in der Mitte, in kleinen weißen Buchstaben, „girl whatever“. Das allererste Video hat bis heute niemand gefunden. TODAY.com hat am 16. Oktober 2025 recherchiert, mehrere Creator zitiert, aber keinen Urheber ausgemacht.
Das Video unten stammt vom 25. September 2025. Die Caption fasst die Stimmung dieser Woche gut zusammen: „Keine Ahnung, was das heißt, ich wollte nur dieses Video posten, weil ich im Kopf immer hier bin.“ Viele sind genau so eingestiegen, ohne genau zu wissen, warum.
@wardhahahah Idk what this means just wanted to post this video bc mentally I’m always here so
Ein Jahr später ist der Ausdruck über TikTok hinausgewachsen. Am 9. Februar 2026 veröffentlichte A24 ein Gespräch zwischen Charli XCX und dem Regisseur Aidan Zamiri mit dem Titel „Girl, Whatever“, eine direkte Anspielung auf den Trend rund um ihren Song.
Wie funktioniert das Format?
Die Formel ändert sich kaum von Video zu Video. Du brauchst drei Dinge:
- Eine Szene, in der man selbst gern wäre: türkisblaues Wasser, Pferde am Pool, ein Konzert, ein Fallschirmsprung, ein Burrito am Strand. TODAY.com nennt alle diese Beispiele.
- Den Text „girl whatever“ in einer dünnen serifenlosen Schrift, zentriert, meist weiß und eher klein.
- Den Refrain von „You (Ha Ha Ha)“, so geschnitten, dass das Bild mit der Musik einsetzt.
Kein Tanz, keine Choreo, kein Voiceover. Der Kontrast erledigt alles: Die Worte zucken mit den Schultern, das Bild sagt „schau dir mein Leben an“. Hier ein typisches Beispiel, gepostet am 27. September 2025 in Paris, mit einer Caption, die den Geist trifft: „So tief ist das nicht.“
@conti.travels it’s not that deep 🧘♀️ (can someone explain this trend) – – – #girlwhatever #trending #paris #eiffeltower #whatever
Was der Satz bedeutet, erklären die Creator selbst. Für Brett Walker (@_beeazzy_), zitiert von TODAY, heißt es: „girl whatever, ich lebe mein Leben, da stehe ich gerade, mir ist egal, was andere über mich sagen.“ Melanie Martinez (@melanie.christine13) spricht davon, sich selbst zu mögen und die eigene Main-Character-Energie zu feiern. Es ist kein Seitenhieb gegen jemanden, sondern ein Schulterzucken.
Warum machen alle mit?
Erstens verlangt der Trend nichts. Jeder hat einen Urlaubsclip in der Galerie, und lernen musst du auch nichts. Die Einstiegshürde liegt fast bei null, und genau das macht aus einem Format einen Riesentrend.
Zweitens entlastet der Satz. The Tab (2. Oktober 2025) zitiert einen Kommentar, der die Wirkung trifft: „Ich BRAUCHE diese Erinnerung, warum stresse ich mich wegen Jungs?“ Die Botschaft lautet: Deine Probleme sind kleiner, als sie aussehen. Moralpredigt gibt es keine.
Und den Rest erledigt die Kulisse. Ein schönes Bild hält den Blick länger, und Videos, die bis zum Ende oder zweimal geschaut werden, pusht der Algorithmus. TODAY zählte Mitte Oktober 2025 über 27.000 Beiträge unter #girlwhatever, dazu kommen alle, die den Sound ohne Hashtag nutzen. Damit dein Clip in dieser Flut eine echte Chance hat, helfen ein paar zusätzliche TikTok Views zum Start, aus der ersten Testgruppe herauszukommen.
Meine Meinung: Der Trend funktioniert, weil er sich selbst nicht ernst nimmt. Die Versionen, die floppen, versuchen die Botschaft mit einem langen Text im Bild zu erklären. Zwei Wörter reichen.
Kann eine Marke den Trend nutzen?
Ja, und einige waren schnell. TODAY berichtet, dass die Pittsburgh Steelers, die Kansas City Chiefs und die New York Giants im Oktober 2025 ihr eigenes „girl whatever“ gepostet haben, mit Spielern, die aufs Feld laufen. Das funktioniert, weil die Bilder spektakulär sind und der Ton locker bleibt.
Es gilt dieselbe Regel wie für alle: erst das Bild, dann das Produkt, nie ein Slogan. Ein Reiseanbieter filmt einen Strand, ein Fitnessstudio zeigt ein Mitglied beim ersten Muscle-up, ein Restaurant zeigt die Terrasse bei Sonnenuntergang. Das Logo muss nicht einmal auftauchen. Startet dein Markenaccount bei null, lässt eine Basis an TikTok Followern das Profil glaubwürdiger wirken, wenn Neugierige draufklicken.
Und 2026? Der Höhepunkt ist vorbei, aber das Format ist zum Reflex geworden und kommt in jeder Urlaubssaison zurück. Es altert gut, weil es an keine Nachricht gebunden ist.
Dein girl whatever Video verdient Publikum
Die ersten Stunden entscheiden über die Reichweite. Ein Schub TikTok Likes gibt ihm die Zugkraft, die der Algorithmus sehen will, bevor er es weiter ausspielt.







Wie machst du dein girl whatever Video?
Eine Variante, die gut läuft, ist der bewusste Kontrast. Erst ein mieser Tag als kleiner Text („Wecker um 6, Zug fällt aus“), dann ein traumhaftes Bild mit „girl whatever“. Diese Wendung lieben die Leute.